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Aufgaben, Leistungen und Rolle der Bio Pool AG im Bioschlachtvieh- und Fleischmarkt
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Aufgaben, Leistungen und Rolle der Bio Pool AG im Bioschlachtvieh- und Fleischmarkt
Grundsätzliches
Die Bio Pool AG ist eine Tochtergesellschaft der Bio Suisse. Im Dezember 2000 hat die Bio Suisse (70% der Aktien) zusammen mit den drei Viehhandelsunternehmen Anicom AG, Schneider Vieh- und Fleisch AG und Viegut AG (je 10 % der Aktien) die Bio Pool AG gegründet. Der Verwaltungsrat der Bio Pool AG setzt sich zurzeit aus folgenden Personen zusammen: Toni Niederberger (Bio Suisse, Präsident), Thomas Buchli (Bio Suisse, FK Fleisch), Peter Bucher (Bio Suisse, Produktmanagement), Erhard Unternährer (Viegut AG), Josef Rölli (Schneider Vieh und Fleisch AG) und Max Fehr (Anicom AG). Die Bio Pool AG hat den Auftrag, den Bio-Schlachtviehmarkt in der Schweiz aufzubauen und die Vermarktung der Tiere aus biologischer Landwirtschaft zu unterstützen. Sie sorgt für eine faire Preisbildung, koordiniert die Aktivitäten der Marktteilnehmer und schafft die nötige Markttransparenz. Die Bio Pool AG betreibt selber weder Vieh- noch Fleischhandel. Die Leistungen, welche die Bio Pool AG im Auftrag der Bio Suisse im Bio-Schlachtviehmarkt erbringen muss, sind in einem Leistungsauftrag umschrieben. In der Phase, wo der Biofleischmarkt sich nur schlecht entwickelt, wo der Absatz der Bio-Tiere harzt und wo die Preise unter Druck sind, häufen sich auch die Fragen zur Aufgabe, Leistung und Rolle der Bio Pool AG im Biofleischmarkt. Hier der Versuch, einige dieser Fragen zu beantworten:
Welche Aufgaben hat die Bio Pool AG? Im Rahmen des Leistungsauftrages mit der Bio Suisse hat die Bio Pool AG folgende Aufgaben übernommen: - Organisation der Preisbildung im Bio-Schlachtviehmarkt - Erfassung der Mengen- und Preisentwicklung - Information und Beratung der Produzenten bezüglich Vermarktung - Ombudsstelle für Schlachtvieh-Abrechnungen - Medienarbeit in landwirtschaftlichen Medien - Aufbau der Vertragsproduktion für Schweine, Kälber und Lämmer - Information und Beratung der Lizenznehmer - Qualitätsförderung und -bezahlung bei Bio-Schlachttieren - Durchführung der Qualitätssicherung mittels Tierbegleitscheinen - Massnahmen im Rahmen des Ferkelfonds (Investitionshilfen für Ferkelproduzenten) - Führung des Sekretariats der Fachkommission Fleisch.
Die Bio Suisse und auch das Fibl beziehen die Bio Pool AG praktisch bei allen Fragen und Projekten bezüglich Vieh- und Fleischwirtschaft mit ein. Es gibt eine Reihe von Aufgaben, welche die Bio Pool AG ausserhalb des Leistungsauftrages mit der Bio Suisse übernommen oder dabei zumindest die Initiative ergriffen hat:
- Ausarbeitung und Einführung eines neuen QS-Systems im Bio-Schlachtviehmarkt auf der Basis von Jahres-Vignetten anstelle der Tierbegleitscheine (TBS). - Überblick über den Transport von Bio-Tieren in der Schweiz und Ausarbeitung von Massnahmen. - Ausarbeitung eines Projektes zur Förderung der Kastration von Ferkel unter Narkose. - Stellungnahme zur AP 2011 bezüglich Vieh und Fleischwirtschaft. - Teilnahme an Kursen an verschiedenen LBBZ ( Einführung in den Biolandbau, Wahlfach Biolandbau) zum Thema Tier-Vermarktung. - Mitarbeit bei der Weisung Schweinehaltung, bei der schrittweisen Umstellung in der Schweinehaltung, bei der Fibl-Broschüre für die Zuchtschweinehaltung. - Mitarbeit bei der Lizenzierung von Viehhandel und Verarbeitern. - Beirat im Marktforschungsprojekt Biofleisch des Fibl. - Abklärungen zur Pet Food –Herstellung in Knospequalität - Abklärungen und Stellungsnahmen zum Import von Biofleisch - Diverse Arbeiten und Ablärungen im Auftrag der Bio Suisse zu Themen wie Arbeitsteilige Ferkelproduktion, Kaninchenhaltung, Gänse, Gitzi und Milchlämmer, Schlachthöfe, Hirschhaltung, Einsatz von Magermilch, Wollschweine, Regio-Produkte. usw.
Wie finanziert sich die Bio Pool AG? Die Bio Pool AG finanziert sich einerseits über absatzabhängige Marktgebühren, die beim lizenzierten Viehhandel erhoben werden. Bis ins Jahr 2004 haben die Marktgebühren stetig zugenommen, allerdings nicht in dem Ausmass wie bei der Gründung der Bio Pool AG prognostiziert. 2005 ist erstmals ein starker Rückgang Einnahmen aus Marktgebühren um 25 Prozent zu verzeichnen. Ebenso wichtig für die Finanzierung der Bio Pool AG sind die Beiträge der Aktionäre, also der Bio Suisse und der drei beteiligten Viehhandelsunternehmen. Der Beitrag der Bio Suisse wurde für das Jahr 2001 auf Fr. 100'000.- festgelegt und reduziert sich seither jährlich um Fr. 10'000.- Für Leistungen, welche die Bio Pool AG ausserhalb des Leistungsauftrages, aber doch im Auftrag der Bio Suisse erbringt, wird die Bio Pool AG in der Regel nicht entschädigt (Ausnahme: Massnahmen im Rahmen des Ferkelfonds).
Bio Pool AG als Akteur oder Zuschauer im Bioschlachtviehmarkt ? Die Bio Pool AG greift dort im Bio-Schlachtviehmarkt ein, wo Eingriffe nötig sind und wo Einflussmöglichkeiten bestehen.
Beispiel Bio-Schweine: Dieser Markt war gekennzeichnet von starken Preis- und Angebotsschwankungen, sodass ein Ausbau des Marktes praktisch unmöglich war. Dank der Bio Pool –Vertragsproduktion konnte der Bio-Schweinemarkt in den letzten Jahren stabilisiert, kontinuierlich ausgebaut und der Absatz für Mastschweine praktisch verdoppelt werden. Gleichzeitig konnte die Ferkelproduktion aufgebaut werden, sodass heute genügend Bioferkel in bester Qualität zur Verfügung stehen. Auch wenn sich die Marktbedingungen in den letzten Monaten massiv verschlechtert haben, konnte verhindert werden, dass Absatz und Preise vollends eingebrochen sind und die Basis für einen weiteren Ausbau erhalten bleibt.
Beispiel Bio-Schlachtkälber: Der Bio-Kälbermarkt ist geprägt durch enorme saisonale Angebotsschwankungen. Die Vertragsproduktion, welche die grossen Überschüsse im Frühling und den Mangel im Herbst hätte ausgleichen sollen, musste 2004 eingestellt werden, weil damit die grosse Zahl der Gelegenheitsmäster und die Qualität der Tiere nicht in den Griff zu bekommen und zudem kein befriedigendes Preisbildungssystem zu finden war. Ein weiterer Versuch mit dem Konzept zur Qualitäts-Kälbermast, das von der Bio Pool AG ausgearbeitet wurde, scheiterte an den fehlenden Absatzmöglichkeiten, weil Coop sich für die „blaue“ Naturaplan-Linie beim Kalbfleisch entschieden hat. Es ist allerdings möglich, dass dieses Konzept schon bald wieder an Aktualität gewinnt.
Beispiel Bio-Kühe: Der Einfluss der Bio Pool AG auf den Markt für Bio-Verarbeitungstiere ist beschränkt, weil vor allem das Angebot an Bio-Kühen sehr schwer abschätzbar und von anderen Faktoren (Milchwirtschaft, Futtersituation) abhängig ist. Die Anstrengungen der Bio Pool AG konzentrieren sich deshalb auf folgende Punkte: - Reibungslose Vermarktung zu fairen Preisen ( Zuschlag von Fr. 0.80/kg SG/kg gegenüber QM-Preisen als Zielgrösse) - Gute Preise auch für Kühe von minderer Qualität ( Festlegung und Publikation der Preise für A-Kühe) - Verhinderung von willkürlichen Abzügen ( Verwachsene Unterspälten, Transport)
Beispiel Bio-Bankvieh: Der Bio-Bankviehmarkt ist geprägt durch die Label „Bio Weide Beef“ und „Bio Natura Beef“. Die Bio Pool AG unterstützt das Bio Weide Beef-Programm auf Produzenten-Ebene. Zusammen mit der Bio Suisse hat sie sich auch erfolgreich für bessere Preise beim Bio Natura Beef eingesetzt. Die Bio Pool AG konzentriert ihre Anstrengungen auf die Vermarktung von Bio-Bankvieh, welches nicht in die beiden erwähnten Programme passt, dies umso mehr seit bei Bio Weide Beef und auch beim Bio Natura Beef Aufnahmestopps verfügt wurden.
Beispiel Bio-Lämmer: Bei den grossen, saisonalen Angebotsschwankungen, wie sie in der Schafhaltung üblich sind, ist eine reibungslose Vermarktung der Bio-Lämmer fast nicht möglich. Mit einer Vertragsproduktion, die auf die angebotschwachen Monate im Sommer und Winter ausgerichtet ist, ist es der Bio Pool AG gelungen, konstantes Liefermengen und grosse Liefersicherheit über das Jahr zu erreichen. Weil die Vorderviertel der Lämmer nur schlecht und selten in Bio-Kanäle abgesetzt werden können und die lineare Verwertung der Schlachtkörper nicht optimal ist, konnte der Absatz der Bio-Lämmer noch nicht im gewünschten und nötigen Mass ausgebaut werden.
Wie kommuniziert die Bio Pool AG über den Schlachtviehmarkt? Die Bio Pool AG kommuniziert regelmässig zum Thema Tier-Vermarktung und nutzt Bio Suisse intern vor allem die Medien Bio aktuell, Newsletter und die eigene Bio Pool-Website. In den letzten 5 Jahren sind jeweils 3 grössere Beiträge pro Jahre (total 15) zur Vermarktung von Bio-Tieren im Bio aktuell erschienen und zwar zu folgenden Themen: Schweinemast, Kälbermast, Vertragsproduktion, Neues QS-System, Lämmer, Bioferkel, Zuchtschweinehaltung, Bankvieh. Bereits zum zweiten Mal organisiert die Bio Pool AG den Versand der Jahresvignetten an sämtliche Bio Suisse Produzenten, wo ebenfalls vermarktungsrelevante Informationen mitgeliefert werden. Logischerweise intensiver ist die Kommunikation der Bio Pool AG im Rahmen der Vertragsproduktion mit den Vertragsproduzenten, den lizenzierten Händlern und Abnehmern. 2 mal jährlich erscheinen zwei Beiträge der Bio Pool AG als Kolumne im „Schweizer Bauer“. Meist handelt es sich dabei um Vermarktungsthemen, die auch (Noch-) Nicht-Biobauern interessieren, Wöchentlich werden die Preise und die Veränderungen im Bio-Schlachtviehmarkt in diversen landwirtschaftlichen Zeitungen publiziert. Den Kommentar zum Bio-Schlachtviehmarkt, den die Bio Pool AG wöchentlich verfasst, erscheint bisher nur im „Schweizer Bauer“. Die Bio Pool AG hat im Auftrag der Bio Suisse in den letzten Jahren auch in der breiten Öffentlichkeit Stellung genommen, etwa zum Thema Rotes Kalbfleisch (Espresso und SonntagsZeitung), zum Transport von Bio-Tieren (Espresso und Beobachter) und zum Verkauf von Biofleisch bei Coop und Migros (10 vor 10). Die Bio Pool AG erstellt halbjährlich einen Bericht zur aktuellen Situation auf dem Schlachtviehmarkt zuhanden der Aktionäre, des Bio Suisse Vorstandes, der Mitglieder der Fachkommission Fleisch und weiterer interessierter Personen. Die Kommunikation der Bio Pool AG mit den Biobauern und insbesondere mit den Biobauern in der Romandie muss verbessert werden.
Vertragsproduktion, Verträge mit den Pool-Händlern? Das Ziel der Bio Pool AG ist es, sicheren Absatz zu fairen und kostendeckenden Preisen für die Biobauern zu schaffen. Mit der Vertragsproduktion können diese Ziele am besten erreicht werden, vor allem, wenn damit ein grosser Teil des Marktes abgedeckt wird. Die Vertragsproduktion Schweine der Bio Pool AG ist beispielsweise vollends auf Coop als Abnehmer ausgerichtet, deckt aber nur etwas mehr als die Hälfte des Bio-Schweinemarkte ab. Die Anzahl Bio-Schweine wurde 2005 im Rahmen der Vertragsproduktion um fast 20 Prozent reduziert. Trotzdem konnte das bisher gültige Richtband mit Preisen zwischen Fr. 6.40 und 7.40/kg SG nicht gehalten werden, weil Bio-Schweinemäster ohne Bio Pool-Vertrag gegenüber Coop klar signalisiert haben, dass sie auch zu Lieferungen mit deutlich tieferen Preisen bereit sind. Die einzige Alternative zur aktuellen Vertragsproduktion (Mindestpreis von Fr. 5.50/kg bei wöchentlichen Mindestmengen von 200 Schlachtschweinen) war der Verzicht auf die Vertragsproduktion mit all seinen Konsequenzen. Die Bio Pool AG hat keine direkten Verträge mit den Pool-Handelsunternehmen. Alle drei Händler sind im Verwaltungsrat vertreten, dort werden die verbindlichen Vereinbarungen getroffen und protokolliert.
Alternativen zu Coop und Migros ? Die Absatz-Anstrengungen der Bio Pool AG liegen schwergewichtig bei Coop, der bei allen Biofleisch-Kategorien einen Marktanteil von mindestens 50 % hat. Die Zusammenarbeit mit der Migros ist schon deutlich unverbindlicher. Seit ungefähr einem Jahr hat die Micarna SA als Hauptlieferant der Migros immerhin einen Bio Suisse Lizenzvertrag. Bei den gewerblichen Metzgereien ist die Situation etwas anders: Zusammen mit der Bio Suisse hat die Bio Pool AG dafür gesorgt, dass fast ausnahmslos alle Metzgereien, die bisher mit der Fidelio-Biofreiland AG einen Vertrag besassen, nun direkt mit der Bio Suisse einen Lizenzvertrag abgeschlossen haben. Ein Grossteil der gewerblichen Metzgereien bezieht die Schlachttiere über die Fidelio-Biofreiland AG. Die Bio Pool AG will die Fidelio-Biofreiland AG in diesem Bereich bewusst nicht konkurrenzieren. Die Bio Pool AG hat praktisch alle Metzgereinen (inkl. Fidelio-Metzgereien), die in den letzten fünf Jahren einen Bio Suisse Lizenzvertrag abeschlossen haben, oder sich zumindest dafür interessiert haben, besucht und beraten. Im Gastrobereich beschränkt sich die Bio Pool AG auf die telefonische Beratung, das heisst in erster Linie auf die Vermittlung von Bezugsadressen für Biofleisch und Bio-Schlachttiere. Der Absatz von Biofleisch im Gastrobereich und über die gewerblichen Metzgereien ist wichtig und die Bio Suisse hat mehrmals signalisiert, dass sie sich in diesen Bereichen in Zukunft mehr engagieren will. Die Bio Pool AG ist bereit, die Initiativen der Bio Suisse im Gastrobereich und auch bei den gewerblichen Metzgereien zu unterstützen.
Die Bio Pool AG als Vertreterin der Biobauern? Die Bio Pool AG will den Biofleischmarkt entlang der ganzen Wertschöpfungskette von Produzenten über Handel bis zu den Verarbeitern und Verkäufern koordinieren und ausbauen. Es sind die beiden grossen Verarbeitungsbetriebe Bell und Micarna, die auch den Biofleischmarkt beherrschen. Die Rolle des Viehhandels wird oft überschätzt. Die Bio Pool AG vertritt im Schlachtviehmarkt ganz klar die Produzenten, versucht den Handel mit einzubeziehen und verlangt von ihm Transparenz und Fairness. Die Biobauern werden in der Bio Pool AG von der Bio Suisse und drei Mitgliedern im Verwaltungsrat vertreten. Auch die Produzenten der Fachkommission Fleisch können Einfluss auf die Bio Pool AG nehmen. Natürlich wäre es auch denkbar, dass sich die Bio-Produzenten direkt bei der Bio Pool AG beteiligen, indem sie die Aktien der Bio Suisse übernehmen und auch im Verwaltungsrat deutlich in der Mehrzahl sind. Ob die Bio Pool AG gegenüber der Nachfragemacht der Verarbeiter und Grossverteiler dann mehr Einfluss hat, bleibt allerdings offen. Die Bio Pool AG bietet sich den Biobauern auch als Ombud-Stelle an, die sie bei Fragen zur Vermarktung der Biotiere konsultieren können. Am häufigsten wird diese Dienstleistung zur Überprüfung der Schlachtviehabrechnungen beansprucht.
Die wichtigsten Aufgaben in Zukunft? Im Vordergrund steht ein weiterer Ausbau des Bio-Schlachtviehabsatzes zu Preisen, welche die höheren Kosten im Biolandbau decken. Konkret werden folgende Aufgaben, Probleme und Fragen die Bio Pool AG und die Bio Suisse in den nächsten Jahren beschäftigen: - Verdoppelung des Absatzes von Bio-Lämmern in den nächsten drei Jahren. Verbesserung der linearen Schlachtkörper-Verwertung bei Bio-Lämmern durch neue, innovative Produkte in Bioqualität (wie Lammburger, Kebab, Merguez). - Verbesserte Vermarktung der Bio-Tiere über öffentliche, überwachte Märkte, bessere Zusammenarbeit mit der Proviande. - Erhöhung des Anteil von Bio-Kühen, die in Bio-Kanäle vermarktet werden von schätzungsweise 50 auf 80 Prozent. - Unterstützung der Biobauern bei der Vermarktung der Produkte aus der Ziegenhaltung - Verbot der Kastration ohne Narkose bei Ferkeln. - Besserer Einbezug der Romandie in den Bio-Schlachtviehmarkt und in die FK Fleisch der Bio Suisse, eventuell auch in den Verwaltungsrates der Bio Pool AG. - Zusätzliches Engagement im Nutzviehhandel (Mastremonten, Tränker). - Ausbau der Absatzmöglichkeiten für Bio-Mastkälber - Vermeidung von Doppelspurigkeiten im Bereich Qualitätssicherung, Rückverfolgbarkeit und TVD. - Eine klare und logische Aufgabenteilung zwischen Bio Suisse und Bio Pool AG.
Braucht es die Bio Pool AG in dieser Form? Ein Grund, weshalb die Bio Pool AG gegründet wurde, bestand darin, Vermarktungsstrukturen zu schaffen, damit die Grossverteiler, allen voran Coop, mit genügend Bio-Schlachttieren in guter Qualität versorgt und eine grosse Liefersicherheit garantiert werden kann. Heute steht diese Frage weniger im Vordergrund. Hier werden einige Argumente für und gegen die Bio Pool AG aufgeführt, ohne Gewichtung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
- Die Aufgaben, welche die Bio Pool AG übernommen hat und teilweise im Leistungsauftrag festgelegt sind, können grundsätzlich auch vom Produktmanagement der Bio Suisse wahrgenommen werden. Ein Kostenvorteil für die Bio Suisse dürfte daraus aber nicht resultieren. - Durch die Einbindung in die Bio Pool AG lässt sich der Viehhandel besser für die Anliegen des Biolandbaus sensibilisieren. - Massnahmen, die für den Aufbau des Biofleischmarktes ergriffen werden, können mit Partnern, die den Handel kennen, besser und direkter umgesetzt werden. - Die Handelsfirmen, die an der Bio Pool AG beteiligt sind, haben die Aktivitäten der Bio Pool AG in den letzten Jahren regelmässig mit Beiträgen an das Betriebskapital der Bio Pool AG mitfinanziert. Die Handelsfirmen haben wohl einige Privilegien am Markt (verbindliche Liefergarantien), aber keine grossen finanziellen Vorteile. Die Mitarbeit der Pool-Händler im Verwaltungsrat wird beispielsweise nicht entschädigt. - Die Bio Suisse profitiert vom Know How der Pool-Händler. - Die Bio Pool AG schafft eine Zweiklassengesellschaft beim lizenzierten Viehhandel: Pool-Händler und Nicht-Pool-Händler. Für Nicht-Pool-Händler fehlt teilweise die Motivation, sich im Bio-Schlachtviehmarkt zu engagieren.
Basel , März 2006 Cyril Nietlispach
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